deutsche Sprache.

deutsche Sprache.
deutsche Sprache.
 
Die deutsche Sprache bildet im Rahmen der indogermanischen Sprachen die Gruppe der germanischen Sprachen.
 
 
Die deutsche Sprache wird von rd. 100 Mio. Menschen in Deutschland, in Österreich, in Liechtenstein, in der deutschsprachigen Schweiz sowie auch von Bewohnern anderer Staaten gesprochen: in Luxemburg (meist in der Form der moselfränkischen Umgangssprache Letzebuergesch), in Belgien (besonders im Gebiet Eupen-Malmédy), in Frankreich (besonders im Elsass und in Lothringen), in Dänemark (v. a. in Nordschleswig), in Italien (in Südtirol sowie anderen kleineren Sprachinseln), in Polen, Rumänien (v. a. durch die Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen), in der Tschechischen Republik, der Slowakischen Republik, in Ungarn (v. a. durch die Donauschwaben) und in der ehemaligen Sowjetunion (v. a. durch die Russlanddeutschen).
 
Außerhalb Europas bestehen Sprachinseln u. a. in Kanada, den USA (z. B. die Pennsylvaniadeutschen), in Brasilien, Mexiko, Paraguay, Chile (besonders im Süden des Landes), Argentinien und Australien sowie in Namibia und der Republik Südafrika.
 
Deutsch ist alleinige Amtssprache in Deutschland, Liechtenstein und in Österreich. Eine Amtssprache unter anderen ist Deutsch in der Schweiz (neben Französisch und Italienisch), in Luxemburg (neben Französisch) und in Belgien (neben Französisch und Niederländisch); den Status einer Nationalsprache hat Deutsch in der Schweiz und in Namibia, den Status einer regionalen Amtssprache in Italien (Provinz Bozen).
 
Deutsch als Fremdsprache wird heute weltweit von etwa 20 Mio. Menschen, davon in Europa von etwa 15 Mio., davon wiederum von etwa 13 Mio. in Osteuropa, erlernt. Seit Ende der 1980er-Jahre hat das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache stark zugenommen, bedingt u. a. durch die deutsche Wiedervereinigung, den Prozess der Vollendung des europäischen Binnenmarktes und die politischen Umbrüche in den Ländern Mittel- und Osteuropas sowie der ehemaligen Sowjetunion, aber auch dadurch, dass Deutschland Migrationsziel ist.
 
Die Ausbreitung der deutschen Sprache hat im Laufe der Geschichte zahlreiche Änderungen erfahren. Bis zum 8. Jahrhundert erstreckte sich das Deutsche im Osten nur bis etwa an die Elbe und die Saale. Im Süden gehörten die langobardischen Teile Oberitaliens zum deutschen Sprachgebiet, große Teile des westlichen Frankreichs waren deutsch oder gemischt romanisch-deutsch. In der althochdeutschen Zeit breitete sich die deutsche Sprache nach Süden und Westen aus. Mit der deutschen Ostsiedlung hatte das geschlossene deutsche Sprachgebiet im 13. Jahrhundert die größte Ausdehnung erreicht. Im Zuge anderer Kolonisationswellen war die deutsche Sprache auch nach Ostösterreich, Italien und Jugoslawien vorgedrungen. In der Neuzeit entwickelte sich das Niederländische im 16. Jahrhundert zu einer eigenen Standardsprache, im Westen (Frankreich und Schweiz) gewann das Französische an Raum. Die einschneidendsten Veränderungen vollzogen sich im Osten des deutschen Sprachgebiets durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs.
 
Zu den Mundarten deutsche Mundarten, zur Literatur in deutscher Sprache deutsche Literatur, österreichische Literatur, schweizerische Literatur.
 
 
Die neuhochdeutsche Schriftsprache überbrückt als Standardsprache (auch noch als Hochsprache bezeichnet) Unterschiede der Umgangssprache, der landschaftlichen Ausformungen der Standardsprache und der deutschen Mundarten (die Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen sind jedoch fließend). Auf jeder Ebene ergänzen Fachsprachen und Standessprachen für ihren jeweiligen Bedarf den deutschen Wortschatz (vielfach durch Fremdwörter); dem Bedürfnis engerer Gruppenbildung entsprechen Sondersprachen. Aus diesen Bereichen dringt neues Sprachgut in die Umgangssprache und weiter in die Standardsprache ein. Eine Festlegung des sprachlichen Bestandes durch Sprachakademien gibt es nicht, und die Tatsache, dass die deutsche Sprache in mehreren Staaten gesprochen wird, hält auch staatliche Einflüsse in engen Grenzen. Deutsch gilt als eine der wortreichsten Sprachen. Der deutsche Wortschatz wird auf etwa 300 000 bis 500 000 Wörter geschätzt (nicht eingerechnet der Wortschatz der Fachsprachen und Mundarten, durch den sich die angegebene Zahl um ein Vielfaches erhöht).
 
Die Sonderstellung des Deutschen unter den germanischen Sprachen wurde von der Forschung bisher vorwiegend in lautlich-formalen Zügen gesehen (Lautverschiebung, vergleiche Abschnitt Geschichte). Im Deutschen ist in der Regel die Stammsilbe betont (z. B. Urlaub im Unterschied zu dem mit Präfix gebildeten Verb erlauben); diese hebt (im Unterschied zu den romanischen und den meisten slawischen Sprachen) das bedeutungstragende Element ebenso hervor, wie der Satzakzent die sinntragenden Redeteile. Nur selten wird der Ton aus rhythmischen Gründen (lebẹndig, glückselig, offenbaren) oder bei Gegensatzbetonung (er ist nicht ẹrzogen, sondern vẹrzogen) verschoben. Die Abweichung der Aussprache vom Schriftbild hält sich in der deutschen Sprache (verglichen etwa mit der französischen oder englischen Sprache) in Grenzen; so wird z. B. anlautendes st und sp als [ʃt] beziehungsweise [ʃp] gesprochen. Einige in der Schreibung differenzierte Laute fallen in der Aussprache zusammen (z. B. ä und kurzes e zu [ɛ], ai und ei zu [ai], äu und eu zu [ɔi]). Andererseits können gleiche Schriftzeichen unterschiedliche Aussprache haben (z. B. e [ɛ] und [e], o [ɔ] und [o]).
 
Die deutsche Sprache verfügt beim Nomen über zwei Numeri (Singular und Plural) und bewahrt (im Unterschied zu anderen westeuropäischen Sprachen) vier Kasus und drei Deklinationsklassen (eine starke, eine schwache und eine gemischte Deklination); durch den fortschreitenden Verlust der Kasusendungen im Lauf der sprachgeschichtlichen Entwicklung übernehmen jedoch auch die Artikel und die Attribute die Funktion der Kasuskennzeichnung (anders als z. B. im Russischen, wo die Markierung der Kasus durch die Endung gegeben ist). Beim Verb werden starke, schwache und unregelmäßige Konjugation unterschieden.
 
Beim Satzbau ist die Wortstellung relativ frei. Die Satzglieder sind in der Regel verschiebbar, nur das Verb steht im Aussagesatz immer an zweiter, im Nebensatz an letzter Stelle. Besteht das Prädikat aus mehreren Teilen, nimmt im Aussagesatz nur die finite Form die zweite Position, der Rest die Endposition ein (er »ist« gestern am Abend »gekommen«). Für den Aufbau eines längeren Satzes ist daher die »Klammerkonstruktion« kennzeichnend. Bei der deutschen Wortbildung fällt besonders der hohe Anteil der Zusammensetzungen auf (z. B. deutsch hineingehen, -fahren, -rudern, -fliegen, -reiten gegenüber französisch entrer mit entsprechender Umschreibung) und die Fähigkeit der deutschen Sprache (im Unterschied etwa zu den romanischen Sprachen), spontan neue Komposita zu bilden (z. B. umweltfreundlich).
 
Das deutsche Sprachgebiet ist von Nachbarsprachen umgeben, deren Einfluss in den Grenzgebieten zum Eindringen zahlreicher Fremdwörter und Lehnübersetzungen geführt hat (vergleiche Abschnitt Geschichte). Gegen eine befürchtete Überfremdung machten sich mehrfach Widerstände bemerkbar (z. B. in den Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts); heute dagegen wird die Notwendigkeit internationaler Verständlichkeit anerkannt. Die Vorstellung einer einheitlichen Sprachgemeinschaft mit dem Leitbild des die Sprache seiner Zeit vorbildhaft gestaltenden Literaten wurde von der Konzeption einer Gesellschaft mit zahlreichen Interessengruppen (mit eigenem Fachwortschatz und jeweils spezifischem Sprachgebrauch) abgelöst. Die soziale Rücksichtnahme auf alle Kreise der Sprachteilhaber arbeitet, besonders auch im Hinblick auf Chancengleichheit in der Ausbildung, gleichfalls der Orientierung auf das sprachliche Vorbild einer Elite entgegen. In diesem Rahmen ist auch die zunehmend ablehnende Haltung gegenüber einer prätentiösen stilistischen Wertung zu sehen. Aber auch eine in hohem Maße mit fachsprachlichen Fremdwörtern durchsetzte Gemeinsprache behindert - trotz der grundsätzlichen Bedeutung fremdsprachlicher Termini für die internationale Verständigung - eine Kommunikation zwischen allen Schichten (Sprachbarriere). Einer allzu starken sprachlichen Gruppenbildung können die Medien Rundfunk und Fernsehen mit ihren der Umgangssprache näheren Lautnormen entgegenwirken.
 
Die Ausformung der deutschen Sprache als Umgangssprache in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ist - bei grundsätzlicher Möglichkeit zu gegenseitiger sprachlicher Verständigung - von unterschiedlichen sprachlichen Leitbildern bestimmt. Das Schweizerdeutsch entwickelte sich auf der Grundlage der alemannischen Mundart. Trotz des verhältnismäßig großen Unterschieds zwischen gesprochener und geschriebener Sprache zeichnet sich bei der Verwendung des Schweizerdeutschs - auch im öffentlichen Leben - bereits eine deutliche Verschiebung zugunsten der Mundart ab. Das Zürichdeutsch übernimmt zunehmend die Funktion einer überregionalen Verkehrssprache. Bedingt durch das Zusammenleben mehrerer Sprachen in der Schweiz sind auch für das Schweizerdeutsch als Schriftsprache sprachlicher Interferenzen, besonders Einflüsse des Französischen, zu beobachten (z. B. Velo für Fahrrad). Auch sonst bestehen Unterschiede zum Binnendeutschen (so genannte »Helvetismen«), z. B. in Aussprache (so u. a. die Artikulation des k als [(k)x]), Grammatik (z. B. anderes Genus bei Substantiven wie »der« Meter oder zum Teil abweichender Rektion bei Verben, z. B. »in« etwas interessiert sein), Wortbildung (z. B. abträgig statt abträglich) und Wortschatz (z. B. Rundspruch statt Rundfunk, Saaltochter statt Kellnerin, Hinschied statt Ableben, Rock statt Kleid).
 
Die in Österreich (abgesehen vom Alemannischen in Vorarlberg) gesprochene deutsche Sprache entstand auf bairischer Grundlage. Die Übergänge zwischen der stärker mundartlich gefärbten Umgangssprache und der Schriftsprache sind - anders als in der Schweiz - eher fließend. Die Wiener Stadtmundart entwickelte sich zur überregionalen Verkehrssprache. Wie das Schweizerdeutsch zeigt auch das Österreichische in Aussprache (z. B. Anis mit der Betonung auf der ersten, Mathematik auf der zweitletzten Silbe, Chef mit geschlossenem statt offenem e), Grammatik (zum Teil abweichendes Genus) und teilweise andere Rektion der Verben (z. B. »auf etwas« vergessen), v. a. aber im Wortschatz vom Binnendeutschen unterschiedene Eigenarten (so genannte »Austriazismen«). Die ständige Berührung mit verschiedenen Völkern und Kulturen im Verlauf der österreichischen Geschichte und eine eigenständige Verwaltungssprache brachten eine Fülle von Fremd- und Lehnwörtern mit sich, die ins Binnendeutsche meist gar nicht eingingen, zum Teil auch eingedeutscht wurden, und heute zum Teil als veraltet gelten (aus dem Italienischen z. B. Marille für Aprikose, Stampiglie für Stempelabdruck, Mezzanin für Zwischengeschoss, Pallawatsch für Durcheinander, Versager, sekkant für lästig, zudringlich; aus dem Französischen z. B. (Tabak-)Trafik für Tabakladen; aus dem Ungarischen z. B. Fogosch für Zander; aus dem Tschechischen z. B. Bramburi für Kartoffeln; aus dem Slowenischen z. B. Jause für Zwischenmahlzeit, Vesper, Imbiss; aus dem Türkischen z. B. Kukuruz für Mais). Daneben bestehen eigene Bezeichnungen auch außerhalb des Fremd- oder Lehnwortbereichs (z. B. Mehlspeis(e) für bestimmte Süßspeisen und Kuchen, Heuriger für Wein der letzten Lese, Schlagobers für Schlagsahne, Kaffeehaus für Café, Nachtmahl für Abendessen, Rauchfangkehrer für Schornsteinfeger, Sessel für Stuhl in allgemeiner Bedeutung).
 
Die Unterschiede in der Verwendung der deutschen Sprache in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR zeigten sich überwiegend im Wortschatz. Charakteristisch für den offiziellen Sprachgebrauch in der DDR war ein hoher Anteil an formelhaften und normierten Wendungen (z. B. »demokratischer Zentralismus«, »sozialistischer Wettbewerb«) sowie an Abkürzungswörtern (z. B. LPG für landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, HO für Handelsorganisation). Außerdem hatten etliche Wörter, v. a. die ideologisch besetzten Begriffe, unterschiedliche Inhalte (z. B. »Demokratie«, »Sozialismus«).
 
 Forschungseinrichtungen
 
 
Neben den germanistischen Universitätsinstituten beschäftigen sich zwei Institutionen mit der Erforschung der deutschen Sprache: das »Institut für deutsche Sprache« in Mannheim (gegründet 1964; gibt u. a. die Reihe »Sprache der Gegenwart« heraus) und die »Gesellschaft für deutsche Sprache« in Wiesbaden (hier seit 1965; gegründet 1947 als Nachfolgeorganisation des 1885 gegründeten Deutschen Sprachvereins in Lüneburg; gibt die Zeitschrift »Der Sprachdienst« heraus). Der Pflege der deutschen Sprache und Kultur im Ausland widmet sich das Goethe-Institut in München (gegründet 1932, wieder errichtet 1952), das (1996) 150 Zweigstellen in 78 Ländern sowie 18 Inlandsinstitute unterhält. Der sprachlichen Ausbildung ausländischer Studierender, der Weiterbildung ausländischer Germanisten und Deutschlehrer sowie der sprachwissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet Deutsch als Fremdsprache widmete sich in der DDR das Herder-Institut in Leipzig (gegründet 1956). Diese Aufgaben werden heute zum Teil von der Universität Leipzig fortgeführt. Die »Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung« (gegründet 1949) in Darmstadt nimmt sich der deutschen Literatur, aber auch der deutschen Sprache in Kunst und Wissenschaft an; sie verleiht u. a. den Johann-Heinrich-Voss-Preis für Übersetzung und den Friedrich-Gundolf-Preis für Germanistik im Ausland. Der deutschen Mundartforschung dient das Forschungsinstitut »Deutscher Sprachatlas« in Marburg.
 
In Österreich wird die Tradition des »Deutschen Sprachvereins, Wiener Zweig« (gegründet 1886) durch den Verein »Muttersprache« (Herausgeber der Zeitschrift »Wiener Sprachblätter«) fortgesetzt. Das »Institut für Österreichkunde« gibt seit 1956 die Zeitschrift »Österreich in Geschichte und Literatur« (mit Geographie) heraus. - In der Schweiz besteht der »Deutschschweizerische Sprachverein« in Bern, der die Zeitschrift »Sprachspiegel« herausgibt.
 
 
Die deutsche Sprachgeschichte und die Verknüpfung der deutschen Sprache mit den übrigen germanischen und indogermanischen Sprachen war seit J. Grimm ein Schwerpunkt der Sprachforschung. Als eigenständige Epochen deutscher Sprachgeschichte werden heute das Althochdeutsche (etwa 750 bis etwa 1050), das Mittelhochdeutsche (etwa 1050 bis etwa 1350), das Frühneuhochdeutsche (etwa 1350 bis etwa 1650) und das Neuhochdeutsche (etwa seit 1650) unterschieden; die Grenzen zwischen den einzelnen sprachgeschichtlichen Perioden sind fließend.
 
 
Das Althochdeutsche umfasst die Zeit vom Beginn einer schriftlichen Überlieferung (Inschriften seit dem 6./7. Jahrhundert, Handschriften seit dem 8. Jahrhundert) bis Ende des 11. Jahrhunderts. Es lässt sich in Frühalthochdeutsch (bis 800), Normalalthochdeutsch (9. Jahrhundert) und Spätalthochdeutsch (10. Jahrhundert und 11. Jahrhundert) untergliedern. Während der althochdeutschen Periode entstand eine (in Grenzen) einheitliche deutsche Sprache auf der Grundlage der Mundarten der oberdeutschen Stammessprachen (im Wesentlichen der Rhein- und Oberfranken, Alemannen und Baiern). Dies vollzog sich vor dem Hintergrund bestimmter politischer und allgemein kultureller Bedingungen. Äußere Voraussetzung war die Konsolidierung des Fränkischen Reiches unter Karl dem Großen Das Althochdeutsche bildete sich in dem von germanischen Stämmen besiedelten Ostteil des Reiches heraus, wobei die an der Entstehung einer überregionalen Sprache beteiligten Dialekte zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich stark auf die Entwicklung einer überregionalen Sprache einwirkten. Der innere Impuls ging von der mit Karl dem Großen einsetzenden kulturellen Erneuerung des Reiches aus. Sie belebte die Kenntnisse von der klassischen Antike (karolingische Renaissance), förderte die Ausbreitung des Christentums, die schon in der Merowingerzeit begonnen hatte, und bewirkte mit der Verschmelzung germanischen Erbes, antiker Tradition und christlichen Ideen die Herausbildung einer abendländischen Kultur. Antikes und christliches Gedankengut wurde in Klöstern und Klosterschulen als Bildungszentren (z. B. Fulda mit Hrabanus Maurus, Sankt Gallen mit Ekkehart I. und Ekkehart IV., Weißenburg im Elsass mit Otfrid von Weissenburg, Reichenau und Wessobrunn) und an den Bischofsresidenzen (z. B. Regensburg, Freising, Salzburg) vermittelt. Durch die Predigt in der Volkssprache sollte auch den Laien - der Bildungsreform Karls des Großen entsprechend - die neue, christliche Lehre zugänglich gemacht werden. Das Bemühen um Aneignung lateinischer Texte (meist theologischen Inhalts) hatte eine reiche Glossierungstätigkeit zur Folge. Ursprünglich nur als Übersetzungshilfe gedacht, entwickelten sich die Glossen zu einem wichtigen Hilfsmittel der entstehenden volkssprachlichen Prosa, da sie die Ausdrucksfähigkeit der Sprache förderten und das Sprachgefühl der Übersetzer schärften. Darüber hinaus wurde in den Klöstern eine reiche geistliche Übersetzungsliteratur (z. B. Übersetzungen der Bibel und des Vaterunsers, Interlinearversion der Benediktinerregel) geschaffen. Daneben entstand eine geistlich inspirierte Dichtung (z. B. Legendendichtung, die endreimende Bibeldichtung Otfrids von Weissenburg). Die deutsche Sprache erfuhr im Laufe der althochdeutschen Periode eine Bereicherung, die es ihr ermöglichte, Träger dieser kulturellen Erneuerung zu werden. Das bedeutete zunächst, dass für die neuen Inhalte sprachliche Ausdrucksformen geschaffen werden mussten, die den einzelnen Stammesdialekten noch nicht zur Verfügung gestanden hatten, v. a. im Bereich des (religiösen) Wortschatzes; besonders vielgestaltig ist hierbei das Lehnwortgut, v. a. aus dem Lateinisch-Romanischen: So wird z. B. althochdeutsch mūnih (»Mönch«) dem lateinischen monachus entlehnt, althochdeutsch abbat (»Abt«) zu lateinisch abbas, althochdeutsch klostar (»Kloster«) zu vulgärlateinisch clostrum, althochdeutsch prestar (»Priester«) zu gemeinromanisch prestr(e), der Schnellsprechform zu lateinisch presbyter gebildet. Bestimmte Termini sind auch einzelnen Missionierungswellen zuzuordnen, z. B. grundlegende Begriffe des Christentums bereits der Missionstätigkeit der Goten (z. B. althochdeutsch krist), weitere Termini der iroschottischen und der angelsächsischen Mission (z. B. althochdeutsch glocka [»Glocke«] zu keltisch cloc, althochdeutsch heilant [»Heiland«] zu angelsächsisch hēliand). Im Zuge der gotisch-arianischen Missionierung bildete sich eine oberdeutsche, in der Folge der iroschottischen und der angelsächsischen Mission eine fränkisch-rheinische Kirchensprache heraus. Zahlreich sind in dieser sprachgeschichtlichen Epoche die Lehnprägungen: Ein Wort wird nach dem Muster der lateinischen Kirchensprache mit den Ausdrucksmitteln der eigenen Sprache nachgebildet, z. B. althochdeutsch giwizzani nach lateinisch conscientia. Erbwörter erhalten neue, durch die Mission vermittelte Inhalte: Althochdeutsch truhtin (»Gefolgsherr« im Lehnswesen) wird nun auf Christus bezogen. Außer im religiösen Bereich bildeten sich auch im Rechtswesen und in den freien Künsten (Artes liberales) eigene Ausdrucksformen aus. Der Einfluss der lateinischen Bildungssprache wird auch in der Wortbildung deutlich (z. B. in der Nachbildung lateinisch-roman. Lehnsuffixe, so in althochdeutsch sūtāri, nach der lateinischen Endung -arius). In der Syntax, besonders der Übersetzungstexte, zeigt sich ebenfalls die Nachbildung des Lateinischen, so in der Nachahmung von Partizipialkonstruktionen; daneben bildeten sich schon in dieser Zeit eine Reihe von Merkmalen heraus, die die deutsche Sprache noch heute prägen (z. B. zunehmende Verwendung des Subjektpronomens beim Verb und Ansätze zu einer Wortstellung je nach Satztyp).
 
Da das Althochdeutsche noch keine Einheitssprache im heutigen Sinne darstellte, war auch seine schriftliche Wiedergabe nicht einheitlich, weder in der Wiedergabe vokalischer Längen und Kürzen noch in den Bezeichnungen der verschiedenen Umlautvokale, noch in der Darstellung der durch die zweite (hochdeutsche) Lautverschiebung entstandenen neuen Konsonanten und Affrikaten (so konnte z. B. die Affrikata pf auch als ph, pph oder ppf geschrieben werden). Auch bestand kein für den gesamten althochdeutschen Sprachraum einheitliches Lautsystem; dieses ist vielmehr mundartlich differenziert. Es hebt sich jedoch durch bestimmte Merkmale in Vokalismus und Konsonantismus vom Gemeingermanischen sowie vom Altniederdeutschen ab und lässt sich auch aufgrund dessen als eigene Periode der Sprachentwicklung ausgrenzen. Die wichtigsten Merkmale des Vokalismus sind folgende: Durch die althochdeutsche Monophthongierung wird vor germanisch r, h und w ai zu ē (geschlossenes, langes e) sowie vor germanisch h und allen Dentalen au zu ō (7./8. Jahrhundert); durch die althochdeutsche Diphthongierung wird germanisch ē zu ea, ia (spälthochdeutsch ie) und germanisch ō zu oa, ua, uo (8./9. Jahrhundert; Letzteres gesamtalthochdeutsch seit 900); durch den i-Umlaut wird vor i, ī, j der Folgesilbe (mit bestimmten Ausnahmen) a zu e (seit der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts); durch Kontaktassimilation werden die alten Diphthonge verändert (soweit sie nicht monophthongiert wurden): ai zu ei, au zu ou, eu zu eo, io oder iu (8./9. Jahrhundert). Die für das Frühalthochdeutsche und Normalalthochdeutsche noch charakteristischen volltonigen Nebensilben werden seit dem 9./10. Jahrhundert zu -e abgeschwächt. Wichtige Merkmale des Konsonantismus: Die zweite, die hochdeutsche Lautverschiebung, durch die die deutsche Sprache in Hochdeutsch und Niederdeutsch (das diese Lautverschiebung nicht mitmachte) gegliedert wird, bewirkte den Wandel der germanischen stimmlosen Verschlusslaute (p, t, k) im Anlaut und im Inlaut nach Konsonant sowie bei Verdopplung zu Affrikaten (pf, tz/z, ch [kx]), sonst zu doppelten stimmlosen Reibelauten (ff, ss, hh/chch), die germanischen stimmhaften Verschlusslaute (b, d, g) wurden zu stimmlosen Verschlusslauten (p, t, k), die germanischen stimmhaften Reibelaute ([β], [ȓ], [ɣ]) gingen in stimmhafte Verschlusslaute über. Die Verbreitung dieser Lautverschiebung ist allerdings innerhalb des hochdeutschen Gebietes auch heute noch sehr unterschiedlich (deutsche Mundarten). Typisch für das morphologische System des Althochdeutschen ist eine große Zahl von Flexionsformen, die jedoch zunehmend vereinfacht wurden (eine morphologische Entsprechung zur Vereinfachung des Lautsystems durch Abschwächung der ursprünglichen volltonigen Nebensilbenvokale, z. B. gotisch habaidēdum im Vergleich zu althochdeutsch habētum).
 
 
Das Mittelhochdeutsche umfasst die Zeit von etwa 1050 bis 1350. Es lässt sich in Frühmittelhochdeutsch (um 1050 bis um 1200), klassisches Mittelhochdeutsch (um 1200 bis um 1250) und Spätmittelhochdeutsch (um 1250 bis um 1350) gliedern. Diese Epoche ist gekennzeichnet durch die Entfaltung einer von Rittertum und Adel als politische und wirtschaftliche Führungsschicht getragenen höfische und damit weltliche Kultur nach romanischem (besonders französisch-provenzalischem) Vorbild. Während in althochdeutscher Zeit den gelehrten Klerikern der Hauptanteil an der Prägung der deutschen Sprache zukam, waren die eigentlichen Zentren geistigen Lebens nun die Höfe der Fürsten. Die Sprache wurde nun wesentlich auch von weltlichen Dichtern geformt und als adäquates Ausdrucksmittel für verschiedenen dichterischen Gattungen ausgebildet (im Epos neben dem Dichter des Nibelungenliedes besonders durch Hartmann von Aue, Wolfram von Eschenbach und Gottfried von Strassburg, in der Lyrik durch Walther von der Vogelweide). Es entwickelte sich eine überregionale Dichtersprache, die grob mundartliche Züge und unhöfische Ausdrücke bewusst mied und durchaus Ansätze zu einer Gemeinsprache in sich trug; es handelte sich jedoch um eine Kunst- und Literatursprache, die geschrieben, aber nicht allgemein gesprochen wurde. Die Übernahme der höfischen Kultur aus dem romanischen Sprachraum hatte eine Fülle von Lehnwörtern und Lehnprägungen zur Folge. So wurden etwa tjost (»ritterlicher Zweikampf«) nach altfranzösisch jouste, būhurt (»Ritterspiel«) nach französisch bouhourt, aventiure (»[ritterliches] Wagnis«) nach französisch aventure (vergleiche Abenteuer) übernommen und lanze nach französisch lance, turnei (»Turnier«) nach französisch t(o)urnei, tanz nach französisch dance gebildet. Übernahmen aus der Sprache des flandrischen Rittertums sind u. a. wapen (»Wappenzeichen«), dorpære (»Nichtadliger«, »Ungebildeter«, woraus sich »Tölpel« entwickelte) und ritter (nach mittelniederländisch riddere) in der Bedeutung »Ritter« (als Standesbezeichnung) und nicht, wie noch vor 1170 möglich, in der Bedeutung »Reiter«. Zu den Lehnprägungen nach französischem Muster gehören auch die Infinitivbildungen auf -ieren (nach den französischen Infinitivendungen auf -er), z. B. parieren, und die Suffixe auf -ie (nach dem gleich lautenden französischen Vorbild), z. B. Partie (»Abteilung«, »Partei«, nach altfranzösisch partie). Weiterhin konnten Erbwörter unter dem Einfluss der ritterlichen Kultur eine neue Bedeutung erhalten, z. B. mittelhochdeutsch knappe, bisher gleichbedeutend mit mittelhochdeutsch knabe, wurde eingeengt zu »junger Edelmann im Dienst eines Ritters« (entsprechend französisch garçon). Mit dem Zerfall der kaiserlichen Zentralgewalt 1250 zerbrach die alte politische und soziale Ordnung; das Rittertum verlor an Bedeutung. In die Zeit des Umbruchs und der geistigen Orientierungslosigkeit nach 1250 fiel der Versuch verschieden religiöser Bewegungen, eine seelische Erweckung des Menschen zu bewirken. In diesem Zusammenhang hatte besonders die deutsche Mystik nachhaltigen Einfluss auf die Bereicherung und Differenzierung des (philosophischen und theologischen) Wortschatzes. Eine besondere Stellung nehmen diejenigen Termini ein, die die spezifisch mystische Erfahrung der Einswerdung des Menschen mit Gott umschreiben, z. B. īnbilden (»einbilden«, eigentlich »in die Seele hineinbilden«), abegescheidenheit (»Abgeschiedenheit«) als ideale Haltung des sich Lösens von den Dingen dieser Welt und gelāzenheit für die seelische Bereitschaft des Menschen hierzu, īndruck (»Eindruck«), wobei der Vorgang des Siegelns als Bild für die Unio mystica steht. Häufig wird bei diesen Neuprägungen eine abstrakte Bedeutung aus einer sinnlichen Bedeutung heraus entwickelt. Darüber hinaus wurden eine große Anzahl von Abstrakta entwickelt (mit den Suffixen: -nis, -heit, -keit, -ung(e), z. B. verstentnis, vernünftecheit, wīsheit, geistigkeit, anschouwunge), die speziell den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer wissenschaftlichen Fachterminologie in deutscher Sprache bildeten. Sie gingen auch in die geistliche Literatur der Zeit ein (besonders in die Predigten und Traktate der Mystiker Meister Eckhart, J. Tauler und H. Seuse).
 
Eine schriftsprachliche Normierung bestand - abgesehen von bestimmten Tendenzen wie der Vermeidung grob dialektaler Formen - auch in mittelhochdeutscher Zeit noch nicht; jedoch bildeten sich innerhalb einzelner Sprachräume bestimmte Schreibkonventionen heraus, die sich in der entstehenden Urkundensprache fortsetzten. In der Lautgebung ist das Mittelhochdeutsche vom Althochdeutschen deutlich geschieden: Die in spätalthochdeutscher Zeit einsetzende Abschwächung der unbetonten Vokale führt nun in der Regel zum unbetonten e als Nebensilbenvokal; die schon in althochdeutscher Zeit entstandenen Umlautvokale (ursprünglich durch i, ī, j der Folgesilbe) treten nun durch analogen Ausgleich auch unabhängig von der lautlichen Umgebung auf. In der grafischen Realisation wird jedoch nur der Umlaut von a zu e durchweg durch e wiedergegeben; bei den übrigen Umlauten behilft man sich teilweise durch ein übergeschriebenes e oder i zur Umlautbezeichnung. Im Konsonantensystem entsteht im frühen Mittelhochdeutschen im Anlaut vor Konsonant das neue Phonem sch (z. B. althochdeutsch skōni, mittelhochdeutsch schœne). Eine besondere Bedeutung im Rahmen der Veränderung des Lautsystems kommt der Auslautverhärtung zu: Stimmhafte Verschlusslaute werden im Auslaut im Mittelhochdeutschen stimmlos (z. B. Nominativ tac [»Tag«], Genitiv tages; Infinitiv sehen, 1. Person Singular des Präteritums sach). In der Morphemik wirkt sich die konsequente Abschwächung der unbetonten Vokale dahingehend aus, dass immer mehr Formen in Deklination und Konjugation zusammenfallen, die ursprünglich durch unterschiedliche Vokalqualitäten gekennzeichnet waren, und zwar sowohl innerhalb eines bestimmten Paradigmas als auch im Vergleich verschiedener Deklinations- beziehungsweise Konjugationsklassen. Dies hatte syntaktische Veränderungen zur Folge, besonders die zunehmende Verwendung der Formwörter (Artikel und Pronomen) zum Ausdruck der Kasus und der Personen. Generell ist - viel stärker als im Althochdeutschen - eine Zunahme des analytischen Sprachbaus bemerkbar, was sich auch im Ausbau der Passivformen und der zusammengesetzten Tempusformen äußert.
 
 
Das Frühneuhochdeutsche erstreckt sich auf die Zeit von etwa 1350 bis 1650. Die politische und kulturelle Situation ist durch eine Reihe auch für die Entwicklung der deutschen Sprache bedeutsamer Faktoren gekennzeichnet: Die deutsche Ostsiedlung, vorläufig abgeschlossen, erweiterte den deutschen Sprachraum entscheidend; in ihrer Folge entstanden neue Reichsterritorien (so der Luxemburger in Böhmen, der Wettiner in Meißen und in der Lausitz, der Hohenzollern in Brandenburg), die politisch eigenständig waren und in deren Grenzen sich einheitliche Sprachlandschaften entwickelten. Mit der Übernahme der Reichsgewalt durch die Luxemburger in der neuen Kaiserresidenz in Prag (sowie der Gründung der dortigen Universität) verlagerte sich das kulturelle Schwergewicht dieser Zeit nach Osten. In den Kanzleien des Kaisers und der Territorialfürsten wurde durch die zunehmende Bedeutung der schriftlichen Urkunden für Verwaltung und Rechtspflege der Grund zu jeweils überregionalen Kanzleisprachen gelegt (z. B. die der Prager und der obersächsisch-meißnischen Kanzlei), die eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Herausbildung einer deutschen Einheitssprache spielten. Auch wurde durch die aus unterschiedlichen dialektalen Sprachräumen kommenden Siedler die Entstehung von Ausgleichsmundarten mit überlandschaftlicher Geltung begünstigt. Den gemeinsprachlichen Tendenzen kam auch die Erfindung des Buchdrucks entgegen, die eine weite Verbreitung von Druckerzeugnissen ermöglichte. Mit dem Bedeutungsschwund des Rittertums als kulturtragender Schicht wurde die Verlagerung des kulturellen Schwerpunkts in die Städte und auf das Bürgertum eingeleitet. Neben der in den Kanzleien ausgebildeten Verwaltungs- und Urkundensprache entstand - verbunden mit Handel und Geldwirtschaft - eine deutsche Geschäftssprache, mit zum Teil neuen Termini (z. B. Kaufmann, Porto und Risiko, die beiden letzten im Zuge des Fernhandels aus dem Italienischen entlehnt), zum Teil übernommenen Termini (z. B. Disposition, konfrontieren, legal aus der Urkundensprache). Eine weitere für die damalige Sprachentwicklung bedeutsame soziale Gruppe waren - mit dem Aufkommen von Humanismus und Renaissance und der Entstehung der ersten deutschen Universitäten - die Gelehrten. Konnte sich Deutsch als Wissenschaftssprache - anders als auf den Gebieten Recht, Verwaltung und Handel - neben dem Latein auch noch nicht behaupten, so stieg doch - unter dem Einfluss von Humanismus und Renaissance - der Anteil der Übersetzungsliteratur (auch von realkundlichem Fachschrifttum) beträchtlich. Von ausschlaggebender Bedeutung für die Formung der deutschen Sprache war das religiöse Schrifttum dieser Epoche. Durch die Reformation wurde die deutsche Sprache zu einer - neben dem Lateinischen, Griechischen und Hebräischen - gleichberechtigten Ausdrucksform für das Wort Gottes erhoben. M. Luthers Bibelübersetzung mit ihrer aus ostmitteldeutschen und ostoberdeutschen Elementen gebildeten Ausgleichssprache hatte auf die Entwicklung der neuhochdeutschen Sprache großen Einfluss: Luther übernahm weitgehend die sächsische Kanzleisprache, die sich aus dem Prager Kanzleideutsch entwickelt hatte. Durch die Prosafassungen höfischer Epen, die Übertragung französischer Prosaromane ins Deutsche sowie die Übersetzung antiker und neulateinischer Werke im Zeitalter des Humanismus entstand eine deutsche Kunstprosa, die zum Teil - u. a. in der Syntax - bewusst dem lateinischen Vorbild folgte. In Stilistik und Poetik blieb dieser Einfluss noch längere Zeit wirksam. Auch wurden schon lateinisch-deutsche und griechisch-deutsche Wörterbücher geschaffen (z. B. von P. Dasypodius).
 
In der lautlichen Struktur hebt sich das Frühneuhochdeutsche vom Mittelhochdeutschen ab, wobei die phonematischen Veränderungen jedoch teilweise schon wesentlich früher einsetzten. Durch die neuhochdeutsche Diphthongierung werden die langen geschlossenen Vokale ī, ū, iu [y:] zu den Diphthongen ei, au, öu oder eu (z. B. »līden« zu »leiden«, »hūs« zu »Haus«, »hiuser« zu »Häuser«); die Monophthongierung wandelt die mittelhochdeutschen Diphthonge ie, üe, uo zu den Langvokalen ī, ǖ, ū (z. B. »liegen« mit getrennt gesprochenem i und e zur heutigen Form mit lang gesprochenem i, »küene« zu »kühn«, »muot« zu »Mut«). Weiterhin werden die Vokale der kurzen offenen Stammsilben gedehnt (später auch die der geschlossenen), z. B. »magen« (mit kurzem a) zu »Magen« (mit langem a). In der Morphemik wirkt sich der durch Abschwächung der Nebensilbenvokale und durch Apokope (Wegfall des auslautenden -e) bedingte zunehmende Zusammenfall der Deklinationsklassen dahingehend aus, dass Singular und Plural nun durch andere Mittel kenntlich gemacht werden müssen, z. B. durch einen Umlaut (Mutter-Mütter) oder auch durch Endungen als Pluralmerkmal (Glas-Gläser). Auch die analytische Umschreibung durch Präpositionen nimmt infolge der Verwischung der Kasusunterschiede zu. In der Syntax werden Haupt- und Nebensatz durch die sich festigende Position des Verbs (Zweitstellung im Hauptsatz, Endstellung im Nebensatz) stärker geschieden; auch werden die grammatischen Möglichkeiten für kompliziertere Nebensatzkonstruktionen (z. B. Konjunktionen) verstärkt genutzt und ausgebaut. Damit im Zusammenhang steht auch der Ausbau der Zeichensetzung im Sinne einer grammatischen Gliederung des Satzganzen.
 
 
Das Neuhochdeutsche setzt etwa mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges ein. Dessen Auswirkungen prägten mit der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Situation auch die Entwicklung der deutschen Sprache. Der Kontakt mit fremden Sprachen - bedingt durch die kriegerischen Ereignisse - brachte einen Zustrom von fremdsprachlichen Elementen, besonders aus dem Französischen. Die französische Sprache gewann auch mit der Übernahme französischer Lebensart und höfische Kultur im Zeichen des Absolutismus an Einfluss (auch in Deutschland nahm die Bedeutung des Adels mit dem Ausbau der fürstlichen Landeshoheit nach dem Westfälischen Frieden wieder zu). Dies hatte einerseits eine Benachteiligung der deutschen Sprache, andererseits aber auch eine Opposition gegen sprachliche Überfremdungserscheinungen zur Folge. Hierdurch wurden sprachpflegerische Bemühungen im Rahmen der entstehenden Sprachgesellschaften begünstigt (1617 Gründung der »Fruchtbringenden Gesellschaft« in Weimar, 1633 der »Aufrichtigen Tannengesellschaft« in Straßburg, 1642 der »Deutschgesinnten Genossenschaft« in Hamburg, 1644 des »Pegnesischen Blumenordens« in Nürnberg und 1717 der »Poetischen Gesellschaft« in Leipzig, die 1726 zur »Deutschen Gesellschaft« umgebildet wurde). Die Sprachgesellschaften zielten auf eine Reinigung der deutschen Sprache von fremdsprachlichen Einflüssen; dies gab einerseits Impulse für die Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit der deutschen Sprache, andererseits blieb man einseitig puristischen Konzepten verhaftet.
 
Versuche einer theoretischen Beschreibung der deutschen Sprache führten zu Normierungsansätzen in Form deutscher Grammatiken (z. B. J. G. Schottel »Teutsche Sprachkunst«, 1641, und »Ausführliche Arbeit von der Teutschen Haubt-Sprache«, 1663; J. C. Gottsched: »Grundlegung einer Deutschen Sprachkunst«, 1748; J. C. Adelung: »Deutsche Sprachlehre«, 1781, und »Umständliche Lehrgebäude der deutschen Sprache«, 1782), Werken zur deutschen Orthographie (P. von Zesen: »Hochdeutsches Helikon«, 1640) sowie zu deutschen Wörterbüchern (C. Stieler: »Der teutschen Sprache Stammbaum und Fortwachs«, 1691; J. A. Comenius: »Janua linguarum reserrata quinquelinguis«, 1659; besonders aber J. C. Adelung: »Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuchs der hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen«, 1774-86, 5 Bände). Außer als Sprache von Kunst, Dichtung, Religion, Rechtswesen und Verwaltung, Handel und Verkehr wurde die deutsche Sprache nun auch als Sprache der Wissenschaft bedeutsam, wofür sich u. a. G. W. Leibniz einsetzte (1687 hielt G. Thomasius als einer der Ersten an der Universität Leipzig Vorlesungen in deutscher Sprache). Auch entwickelte sich im 17. Jahrhundert eine Reihe deutscher Fachsprachen (z. B. in der Musik). Im 18. Jahrhundert wurden Stil und Handhabung der deutschen Sprache durch einzelne Dichterpersönlichkeiten (Klopstock, Goethe, Schiller) vorbildlich für die Ausdrucksformen der gebildeten Schichten.
 
Insgesamt haben sich in der Zeit von 1650 bis um 1800 die Tendenzen zur Vereinheitlichung auf allen Sprachebenen wesentlich verstärkt. Hieran waren die theoretischen Auseinandersetzungen der Sprachgesellschaften ebenso beteiligt wie die Intensivierung der Kontakte zwischen den einzelnen Sprachlandschaften. Der Modellcharakter der Sprache Goethes und Schillers dauerte im Zusammenhang mit der Rolle des Bildungsbürgertums als kulturtragender Gesellschaftsschicht im gesamten 19. Jahrhundert an und wirkte noch bis ins 20. Jahrhundert hinein. Im 19. Jahrhundert begann auch die im engeren Sinn philologischer Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache. Mit der »Deutschen Grammatik« (1819-37, 4 Bände) von J. Grimm wurde die historische germanische Sprachforschung begründet. Das »Deutsche Wörterbuch« von J. und W. Grimm (1852-1960, Neubearbeitung seit 1965) stellt den Versuch einer Sammlung des neuhochdeutschen Wortschatzes und seiner etymologisch-geschichtlichen Erläuterung dar. Durch die Reichsgründung 1871 und die damit gegebene politische Einheit erhielten auch die sprachlichen Vereinheitlichungs- und Normierungsbestrebungen (jedoch auch puristische Tendenzen) neue Impulse; sie fanden ihren Ausdruck in der Festsetzung von Aussprachenormen in der »Deutsche Bühnenaussprache« durch T. Siebs (1898), in der die Artikulation des Deutschen an führenden deutschen Bühnen zur Norm erhoben wurde, und in der Festlegung der deutschen Rechtschreibung durch K. Duden (»Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache«, 1. Auflage 1880), die in dieser Form durch die Beschlüsse der »Orthographischen Konferenz« von 1901 (unter Beteiligung Österreichs und der Schweiz) bestätigt wurde: Sie erkannte die Regeln Dudens im Wesentlichen an und legte darüber hinaus eine möglichst phonetische Schreibung der Fremdwörter, die Ersetzung von th durch t in allen deutschen Wörtern sowie u. a. die Beschränkung der ph-Schreibung auf Fremdwörter für das gesamte deutsche Sprachgebiet fest.
 
Dem stärksten Wandel war - bei sonstiger fortschreitender Konsolidierung der deutschen Sprache im 19. Jahrhundert - der deutsche Wortschatz unterworfen. Als Folge der Entwicklung von Naturwissenschaft und Technik und im Zuge der Industrialisierung erfuhr die Lexik etwa von 1830 an eine charakteristische Erweiterung. Zugleich ergab sich durch Verstädterung und damit durch die Verschärfung sozialer Unterschiede eine sprachliche Umschichtung: die Herausbildung von Soziolekten mit besonderen Kennzeichen in Wortwahl, Stilformen und Lautgebung. Der an den humanistischen Bildungstraditionen orientierte hochsprachliche Standard wurde durch einen von Voraussetzungen und Gegebenheiten des modernen Lebens geprägten Wortschatz überlagert. Diese Tendenz setzte sich im 20. Jahrhundert fort. Die Literatur - und einzelne Schriftstellerpersönlichkeiten - wirken kaum noch auf die Entwicklung der deutschen Sprache ein. Demgegenüber wird der Einfluss der Fachsprachen aus Wissenschaft, Technik und Wirtschaft zunehmend wirksam (z. B. in Wörtern wie Daten, checken, Count-down, Black-out, Aus- und Einblenden, Senkrechtstarter, rasant, Computer, Konjunktur, Inflation); daneben haben aber auch andere Bereiche, z. B. Verkehr, Sport, Werbung, Freizeit und Tourismus, Anteil an Erweiterung und Differenzierung des deutschen Wortschatzes (z. B. Stop-and-go-Verkehr, Spurt, pflegeleicht, Animateur). Der raschen Verbreitung neuer Wörter dienen Zeitungen, Zeitschriften, Film, Funk und Fernsehen. Ein weiteres prägnantes Merkmal der deutschen Gegenwartssprache ist die Übernahme fremdsprachlicher Termini, besonders aus dem Amerikanischen und Englischen, als Fremd- oder Lehnwörter (z. B. Start, Team), Lehnübersetzungen (z. B. Außenseiter aus englisch outsider, »einmal mehr« aus englisch »once more«). Dies steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Internationalisierung des modernen Lebens. Mit der gemeinsprachlichen Verwendung von Fachtermini und fremdsprachlichen Ausdrücken werden auch fachsprachliche Sonderschreibungen (z. B. Oxid statt Oxyd) und fremdsprachliche Lautungen übernommen. Ein weiteres wichtiges lexikalisches Kennzeichen der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert ist das zunehmende Eindringen von umgangs- und alltagssprachlichen Wendungen sowie von Wörtern und Ausdrücken aus Sondersprachen, etwa der Jugendsprache (z. B. frustriert, stressig), in die Standardsprache. Daneben spielen Modewörter (z. B. echt, klasse) und - bedingt durch die Fähigkeit der deutschen Sprache zur Kompositabildung - spontane Wortbildungen (z. B. Testverhalten, Wirtschaftsgipfel) eine Rolle. Auch die zunehmende Verwendung von Abkürzungen (z. B. PC für Personalcomputer, CD für Compactdisc) ist typisch für die deutsche Sprache der Gegenwart.
 
Als ein stilistisches Merkmal der deutschen Gegenwartssprache, besonders in Wissenschaft und Verwaltung, gilt der Nominalstil, der durch das Vorherrschen von Substantiven gegenüber Verben (z. B. »eine Entscheidung herbeiführen« statt »entscheiden«) gekennzeichnet ist; ursprünglich zur Vermittlung differenzierter Information gedacht, ist er in der Amtssprache aber häufig zu Leerformeln erstarrt (z. B. »in Wegfall kommen«). Für die Morphologie ist der zunehmende Verfall der Kasusformen charakteristisch: Die Nichtmarkierung von Genitiv, Dativ und zum Teil sogar Akkusativ breitet sich immer mehr aus (z. B. »zu Anfang des September« statt »zu Anfang des Septembers«; »im Wald« statt »im Walde«; »den Bär« statt »den Bären«); die Kasusmarkierung wird durch präpositionale Fügungen und flektierte Artikel- und Adjektivformen gewährleistet (z. B. »auf Wunsch von mehreren Personen« statt »auf Wunsch mehrerer Personen«). Andererseits nehmen die deutlich markierten Singular- und Pluralformen zu (der Plural kann durch Artikel, Endungen und Umlaut gekennzeichnet sein, z. B. »die Läger« fachsprachlicher Plural zu »Lager«). Die Möglichkeit zur Bildung von Substantivkomposita und nominalen Fügungen allgemein wird zur Vereinfachung des syntaktischen Baus genutzt (z. B. »Kontrollfunktion« oder »die versuchsweise Erprobung«, anstelle einer jeweiligen Umschreibung durch Nebensätze). Für das Verb ist das Vordringen schwacher Formen typisch (z. B. »verwendet« statt »verwandt«, »gesinnt« statt »gesonnen«); neue Verben werden nur noch schwach (also ohne Ablaut und mit Dentalsuffix) gebildet (z. B. »gestresst«). Die Verwendung des Konjunktivs ist rückläufig; an seine Stelle treten zunehmend Umschreibungen mit würde (z. B. »er sagte, er würde kommen« statt »..., er werde kommen«) oder mit Modalverben (z. B. »er möchte gern kommen« statt »er käme gern«). Charakteristisch ist (besonders in der Amtssprache und in Fachsprachen) auch der Gebrauch der Funktionsverben (z. B. »zur Aufführung kommen« statt »aufgeführt werden«). Wie beim Substantiv, zeichnet sich auch beim Verb die Tendenz zum analytischen Sprachbau ab, so in der Verwendung von umschreibenden Verlaufsformen mit substantiviertem Infinitiv (z. B. »er ist am Arbeiten« statt »er arbeitet gerade«).
 
Am wenigsten verändert gegenüber dem Frühneuhochdeutschen ist der Lautbestand, wenn auch die orthographische Wiedergabe der Laute und Phoneme einem Wandel unterworfen war. In der gesprochenen Form der deutschen Standardsprache ist ein Abrücken von den durch Siebs gesetzten Normen (z. B. in der Aussprache des r als Reibelaut und nicht als Zungen-r) und allgemein eine stärkere Öffnung für umgangssprachliche Formen zu beobachten (z. B. in der Aussprache von auslautendem -er als abgeschwächtes a), nicht zuletzt auch durch den Einfluss der Medien. Die Beratungen über eine Rechtschreibreform wurden Anfang 1996 abgeschlossen. Am 1. 7. 1996 unterzeichneten in Wien Vertreter der deutschsprachigen Staaten und von Ländern mit deutscher Minderheit die »Gemeinsame Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung«. Danach tritt die Reform am 1. 8. 1998 in Kraft, am 31. 7. 2005 endet die Übergangszeit. Die Änderungen betreffen die Laut-Buchstaben-Zuordnung (einschließlich Fremdwortschreibung und ß-Schreibung), die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Schreibung mit Bindestrich, die Groß- und Kleinschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende.
 
 
Wörterbücher:
 
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Der öffentl. Sprachgebrauch, bearb. v. B. Mogge u. I. Radke, 3 Bde. (1980-82);
 
Tendenzen, Formen u. Strukturen der dt. Standardsprache nach 1945, bearb. v. I. Reiffenstein u. a. (1983);
 
H. Bausinger: Deutsch für Deutsche. Dialekte, Sprachbarrieren, Sondersprachen (46.-53. Tsd. 1984);
 
H. Henne: Jugend u. ihre Sprache (1986);
 
Sprache - Schrift - Rechtschreibung, bearb. v. H. Glinz u. a. (1987);
 
Entwicklungstendenzen in der dt. Gegenwartssprache, hg. v. K.-E. Sommerfeldt (1988);
 
Die d. S. nach der Wende, hg. v. K. Welke u. a. (1992).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
deutsche Literatur im späten Mittelalter: Herbst des Mittelalters, Frühling der Neuzeit
 
Glosse und Bibeldichtung: Der Beginn einer Literatur in deutscher Sprache
 
Hildebrandslied und die Anfänge der weltlichen Dichtung
 
Minnesang und Spruchdichtung: Ideal und Wirklichkeit
 
Nibelungenlied und Tristan: Die Infragestellung des höfischen Modells
 
Rolandslied und Chanson de Geste: Spiegel nationaler Geschichte
 

Universal-Lexikon. 2012.

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